Das Schicksal der Scheidungshunde

Dicker Mops, Scheidungshund

Nein, das ist keine Werbung für eine Doku-Serie auf Pro 7 sondern harte Gerichtsrealität. Wer sich während einer Ehe oder Lebenspartnerschaft einen Hund zulegt, und mit dem anderen Menschen fängt's an zu kriseln, sollte unter einem Vorwand schriftlich festhalten, dass der vierbeinige Gefährte zu ihm gehört. Tiere können im Trennungsfall schnell zum Spielball eines Rosenkrieges werden.

Kaum zu glauben: Hunde sind rechtlich Teil der gemeinsamen Haushaltsgegenstände (laut § 1361a BGB), auf die jeder Partner Anspruch erheben kann. Im Streitfall obliegt es also dem Gericht zu bestimmen, bei wem ein Tier nach vollzogener Trennung leben wird. Dabei wirft es für Scheidungshunde Folgendes in die Waagschale: Affektionsinteressen (also Liebhaberwert), die praktizierte Sorge (wer hat regelmäßig gefüttert, die Tierarztbesuche übernommen?) und möglicherweise sogar das Zusammenleben mehrerer Tiere als Rudel. Ein aktuelles Beispiel dazu liefert das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg.

Die Beklagte ist überraschend aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen und hat alle Hunde mitgenommen. Sie reicht die Scheidung ein. Ihr hart arbeitender Mann ist entsetzt, er will seine Tiere zurück! Die Scheidung zieht sich dann jedoch über Monate hin, weshalb das Gericht schließlich festlegt: Für das Wohl der Tiere ist es das Beste, wenn sie in der neuen, nun vertraut gewordenen Umgebung bleiben, sowie in ihrer aktuellen Rudel-Hierarchie. Sprich bei der Beklagten und ihrem neuen Liebhaber. Sowohl, dass der Kläger eine innige Beziehung zu seinen Hunden pflegte und sie aus Fürsorge angeschafft hatte, wie auch, dass Hunde ihre Herrchen von einer schlichten Pflegestelle zu unterscheiden wissen, war nicht ausschlaggebend. Man muss leider sagen, insofern die Dame ihrem Ex mit der Aktion eins auswischen wollte, ist das gelungen.  

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(Arbeitsnachweis: OLG Nürnberg, AZ 10 UF 1249/16, Bild: ARD-Tipp "Hund allein zuhaus?")