Kriegsbombe im Garten? Kann arm machen!

Melitta Meinberger, Muenchner Renterin findet Kriegsbombe im Garten

DIE WELT: Münchner Rentnerin soll wegen Sprengstofffund Hundertausende Euro bezahlen

"Findest du Gold im Garten, dann gehhört es dir nicht. Findest du aber Bomben, musst du für die Entsorung zahlen". Ein Wachmann bringt die ganze Absurdität der Lage auf den Punkt. In Sachen Kriegsschäden zeigt sich unser Staat, dessen Wirtschaftswunder nur möglich war, weil ihm 1953 ein Großteil seiner Schulden erlassen wurde, immer wieder höchst kreativ. Dass Griechenland mit seinen Forderungen so lange vertröstet wurde, bis die Bundesregierung festlegte, diese seien verjährt, man könnte es als pfiffig ansehen. Dass Deutschland mit dem "Kriegsfolgegesetz" vor Jahrzehnten aber entschieden hatte, für die Beseitigung von Wehrmachtsbomben hierzulande einfach die Besitzer der Grundstücke zahlen zu lassen, verärgert dann doch. Man muss sich das einmal vorstellen: Eine 72-jährige entdeckt zufällig, dass unter ihrem Garten alte Kriegsbomben liegen. Sie wird deshalb offiziell als "Zustandsstörerin" bezeichnet und mit einer Forderung über Hunderttausende Euro konfrontiert. Ich hoffe, dass der sie vertretende Kollege die Sache bis vors Bundesverfassungsgericht bringt. Es muss höchstrichterlich entschieden werden, ob dieses Gesetz (noch) verfassunskonform ist. Meiner Ansicht nach ist das ausgeschlossen. 

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