Lange Haftstrafen für Rachemord

KOMMENTAR - Vater und Sohn der Familie Y. waren sich einig: Sie wollten ihre vergewaltigte Tochter / Schwester rächen. Mit 23 Messerstichen in Hals und Gesicht machten sie den mutmaßlichen Täter zum Opfer, der 27-jährige starb noch am Tatort. Dass sie vor Gericht eine Tötungsabsicht bestritten, erschien bei der klaren Beweislage unglaubwürdig. Der Vater wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, und der Sohn, der zum Tatzeitpunkt noch nicht volljährig war, zu acht Jahren. Diese harten Strafen sollen, anders lässt sich das Urteil nicht interpretieren, abschreckende Wirkung in Sachen Selbstjustiz haben. Denn ein Teil der Öffentlichkeit zeigte überraschend viel Verständnis für Tat und Täter. Dabei muss klar sein: Ein geplanter und eiskalt durchgeführter Rache-Mord ist ebenso verächtlich, wie ein sogenannter Ehren-Mord. Das Gewaltmonopol liegt einzig und allein beim Staat. 

Lange Haftstrafen für den Rache-Mord (Link)