Mein Feind der Baum

Zwei Freunde, nennen wir sie Klaus und Klaus, fällen gern zusammen Bäume. Stets kommt Klaus mit Hebebühne und Traktor, und der andere Klaus mit seiner Kettensäge. So auch am Tag, als das Unglück geschieht. Kettensägen-Klaus lässt sich per Hebebühne zur Baumkrone hoch fahren, sägt los. Und Traktor-Klaus fährt wie verabredet an, so zieht er ein Seil stramm, das den Ast, an dem sein Kumpel sägte, vor unkontrolliertem Fall bewahren sollte. Leider schlägt der Ast jedoch seinen Peiniger ins Gesicht. Kettensägen-Klaus fällt acht Meter tief. Und verklagt später seinen Fäll-Freund auf Schadensersatz sowie Schmerzensgeld. Zu Unrecht, wie nun das Landgericht Schleswig-Holstein urteilte: "Der Kläger hat sich selbst in Gefahr gebracht und konnte die Situation oben auf der Hebebühne sogar deutlich besser einschätzen, als der Beklagte unten im Traktor." Dass dieser am Seil zog, macht ihn nicht schuldig, es war vielmehr Teil des gemeinsamen Plans, folgerte das Gericht. Und weiter: "Es lag in der Hand des Klägers selbst, die Aktion zu beenden". (AZ 11 U 141/14)

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