Flugblätter verteilen kein Kündigungsgrund

Zusteller mit Flyern (Zeichnung)

Vor dem Betriebstor einer Paketzustellerfirma wurden Flugblätter verteilt. Mit einer für die Firma wenig schmeichelhafen Aussagen: Aushilfen würden "elementare Rechte genommen" (gesetzlicher Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall), Arbeiter "behandelt wie Sklaven" und der Betriebsrat sei quasi gekauft, hieß es dort. Auch ein Teamleiter des Betriebes soll diese Flugblätter an Passanten ausgehändigt haben. Er erhielt daraufhin vom Betrieb die fristlose Kündigung.

Dagegen zog er vor Gericht, mit Erfolg. In der Beweisführung konnte ihm lediglich die Übergabe eines Flugblattes durch einen Zeugen nachgewiesen worden. Das genügte sowohl dem Arbeitsgericht wie auch dem Landesarbeitsgericht nicht: "Unter der Berücksichtigung, dass der Kläger bereits neun Jahre bei der Beklagten beschäftigt ist, und nie einschlägig abgemahnt wurde, ist auch eine ordentliche Kündigung nicht gerechtfertigt", so die Richter. Das Urteil bestätigt: Wehren lohnt sich! 

(AZ 9 Sa 832/15, Foto: www.sjdigitalrajasthan.deviantart.com)

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