Erbe und Nacherbe

Testament handgeschrieben

Das Thema Erbe ist ein heikles, viele Familien tun sich schwer damit, es zu regeln. Dabei kann eine geklärte und festgezurrte Situation für alle Seiten sinnvoll und beruhigend sein. Eine Rechtsberatung zum Testament und dessen Folgen ist in jedem Fall höchst empfehlenswert. Warum? Ein aktuelles Beispiel:

Erika Sch. und ihre einzige Tochter Gudrun H. haben vor langer Zeit in einem Erbvertrag geregelt, dass Gudrun nach dem Tod von Erika deren Grundstück erbt. So weit, so klar. In dem Vertrag wurde aber auch das Nacherbe eingetragen. Bedeutet, es wurde bestimmt, wer nach dem Tod von Gudrun das Grundstück erhalten soll: Deren Kinder, und zwar zu gleichen Teilen. 2015 verstarb Erika und Gudrun, die inzwischen 59 Jahre alt ist und einen Sohn hat, wollte das Nacherbe streichen lassen. Ihr Sohn hatte schriftlich bekundet, kein Interesse an dem Grundstück zu haben. Doch so einfach geht das nicht. Auch nachdem sie im Grundbuchverfahren versicherte, keine (künstliche) Befruchtung zu planen, lies sich das Nacherbe nicht löschen. Denn therotisch, so urteilte das Landesgericht Hamm jetzt, könne die Erbin noch Kinder bekommen. Sie hat damit keine Möglichkeit, ihr Grundstück zu verkaufen. Eine absurde Situation, es darf bezweifelt werden, dass Erika Sch. dies für ihre Tochter so gewollt hat. 

Deshalb: Bevor ein Erbvertrag oder ein Testament aufgesetzt und beglaubigt wird, lassen Sie sich bitte rechtlich beraten. Wir machen das gern! 

(OLG Hamm, AZ 15 W 514/15, Foto: www.pajubo.de - Was tun im Trauerfall?)