Entscheidung über Leben und Tod

Kuh kuckt in Kamera
 
Wir freuen uns mit einer Kuh. Nennen wir sie Sarah. Sarah ist Einzelgängerin, sie liebt es, wenn Kinder auf ihr reiten und trottet dann entspannt mit ihnen über den Hof. Zu ihren Artgenossen hat sie hingegen keinen Kontakt, sie frisst und schläft allein. Das hat freilich einen Grund. 2008 wurde bei Sarah der Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV 1) nachgewiesen. Die Infektion ist für den Menschen unbedenklich, beim Tier kann sie zu Erkrankungen der Luftwege und am Geschlecht führen. Hat eine Kuh jedoch ein so cooles Leben wie Sarah, bleibt sie meist gesund. Aus Gründen des Wettbewerbs mit anderen Bundesländern will nun auch Nordrhein-Westfalen damit werben "BHV 1 frei" zu sein. Hierfür ist Sarah im Weg, am 20.11.2015 ordneten die Behörden ihre Schlachtung, bzw. alternativ den Export, an. Sarahs entsetzte Besitzer wehrten sich mit einem Eilantrag. Jetzt entschieden die Richter: Aufgrund der Einzelhaltung sei die Gefahr einer Übertragung auf andere Tiere nicht gegeben, eine derart pauschale Begründung für die Ausmusterung reiche deshalb nicht aus, zumal die Infektion seit über sieben Jahre aktenkundig sei.
Sarah darf also weiter leben und weiter geritten werden. Falls das Land nicht noch erfolgreich Beschwerde vorm Oberverwaltungsgericht einlegt.
 
Wir drücken ihr die Daumen!
 
(AZ 7 L 1017/15, VG Aachen, Bild: de.beef.wikia.com )