Baggern am Strand?

Paar am Strand

Ein gut gemeinter Urlaubs-Tipp: Lesen Sie sich Ihr Wunsch-Reiseangebot trotz aller Vorfreude genau durch, auch die Buchungsbestätigung. Klar, alle Fakten sind stets werbend formuliert, ein "verkehrsgünstig gelegenes Haus" liegt garantiert an einer Hauptstraße, jeder weiß das. Es kann jedoch sein, dass darüber hinaus auf ungewöhnliche Umstände hingewiesen wird, und das könnte ärgerlich werden. Ein Beispiel: 

Mandant Konrad H. (Name geändert) buchte 2014 für seine Familie und sich eine Woche Abu Dahbi. Im Angebot stand, dass " (...) ein Teil des Strandes saniert wird. Es kann zu Lärm- und Sichtbelästigungen kommen". Vor Ort stellte die Familie dann bestürzt fest, dass die Hälfte des Hotel eigenen Strandes gesperrt war, von 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends herrschte nerviger Baulärm, und auch gebuchte der Meerblick war kein uneingeschränkter Genuss, denn Baufahrzeuge verstellten teilweise die Sicht. H. forderte deshalb eine Teilerstattung von 40 Prozent des Reisepreises, plus 300 Euro Schadensersatz für vertane Urlaubszeit. Zu Recht, könnte man meinen, der Hinweis auf die Strandsanierung war schließlich stark verniedlichend. 

Aber das Amtsgericht lehnte ab. "Der Reiseveranstalter hat seine Mitteilungspflicht vollumfänglich erfüllt, auch in zeitlicher Hinsicht", befand der Richter. Und erklärte dem erstaunten Familienvater, dass die heftige Beinträchtigung noch nicht einmal im Angebot hätte erwähnt werden müssen, ein kleiner Hinweis in der Buchungsbestätigung hätte tatsächlich ausgereicht.

Deshalb: Lieber vorher mehr lesen, als später genervt am Meer liegen ... 

Wir wünschen recht erholsame Ferien! 

(Bild: www.flirtuniversity.de  / AZ Fall: AG München, AZ 159 C 9517/15)