Diese Rentendiskussion ist schäbig!

Andrea Nahles, SPD Vorsitzende, SPD Fraktionsvorsitzende

"Die Bundesregierung äußert sich besorgt über den Anstieg der Altersarmut", verkündet der Tagesschau-Sprecher artig. Ja, was hat die Bundesregierung denn erwartet? Immerhin stampft sie die Renten von im Jahr 1990 noch 55,1 Prozent auf derzeit 47,9 Prozent des durchschnittlichen Jahresgehaltes ein. Im Jahr 2045 könnten es sogar nur noch 41,5 Prozent sein, sollte dieser Unsinn nicht gestoppt werden. Seit langem ist es ein offenes Geheimnis: Nicht nur Geringverdiener unter 1.500 Euro zahlen zwar fleißig in die Rentenkasse ein, bekommen aber später als Renter sowieso nur die Grundsicherung.

Die Mindestrente muss her! 

Die Gewerkschaften haben das explosive Thema aufgegriffen. Sehr zum Ärger der Bundesregierung, die deshalb Handlungsstärke zeigen will. Und wie macht sie das? Sie "äußert sich besorgt" und drängt auch Geringverdiener dazu, besser vorzusorgen. Bedeutet im Klartext: Alle, die derzeit so wenig Geld verdienen, dass es mal eben zum Leben reicht, sollen davon bitte ordentlich etwas beiseite legen, damit der Staat ihnen später nichts dazu zahlen muss. Das ist schäbig! Anstatt ständig weiter zu kürzen und an allen möglichen Stellen neue Hilfs-Fässchen aufzumachen (Mütterrente, Lebensleistungsrente, Zuschuss Betriebsrente und, und, und) muss endlich eine staatlich garantierte Mindestrente her, von der Rentner anständig leben können. Ohne um Almosen betteln zu müssen.

#Mindestrente #Grundsicherung #Altersarmut

Mehr Infos: Artikel TAGESSPIEGEL - Altersarmut in Deutschland