Kosten Strafrecht

"Kann ich mir einen Anwalt leisten?" 

Besonders im Strafrecht ist die Vertretung durch einen erfahrenen Anwalt von großer Bedeutung. Hier drohen Vorstrafen, Geld- oder sogar Haftstrafen. Leider sind Prozesse im Strafrecht aber nicht ganz billig. Abgerechnet wird nach Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG), was bedeutet, dass Gebühren ab 600,00 Euro anfallen. Wieviele ein Prozess am Ende tatächlich kostet, das hängt von der Schwierigkeit und damit der Anzahl der Hauptverhandlungstage ab. Bei einem Freispruch trägt die Staatskasse dann einen Großteil der Kosten.

"Und was ist ein Pflichtverteidiger?" 

Prozesskostenhilfe (PKV) gibt es im Strafverfahren leider nicht. Aber man hat die Möglichkeit sich einen Pflichtverteidiger zur Seite stellen zu lassen. Ein Pflichtverteidiger wird praktisch immer eingeräumt, wenn eine Strafe von mehr als einem Jahr zu erwarten ist. Doch auch bei einem geringeren anzunehmenden Strafmaß kann der Antrag auf den sogenannten "Notwendigen Verteidiger", so die offizielle Bezeichnung für den Pflichtverteidiger, aussichtsreich sein. Ist der Fall kompliziert oder erscheint ein Nebenkläger auf der anderen Seite ebenfalls mit Anwalt, wird einem meist ebenfalls ein Pflichtverteidiger zugesprochen.

"Das zahlt aber doch meine Versicherung, oder?"

Rechtschutzversicherungen übernehmen die Kosten von Strafverfahren leider nur, wenn die Tat fahrlässig begangen wurde, also z.B. fahrlässige

  • Körperverletzungen (§ 229 StGB)
  • Tötung (§ 222 StGB)
  • Brandstiftung (§ 306 d StGB)
  • Falscheid
  • Falsche Versicherung an Eides statt (§ 161 StGB)
  • Bankrott-Straftaten

Befindet das Gericht im Urteil, dass eine Tat nicht fahrlässig sondern vorsätzlich war, verlangt die Versicherung bereits gezahltes Geld zurück. Bei Vergehen, die nur vorsätzlich begangen werden können (also Betrug, Diebstahl, Raub, Urkundenfälschung usw.) übernimmt die Rechtsschutzversicherung von vornherein keinerlei Kosten. Ausnahmen bilden hier nur sehr teure Policen, die für haftbare Geschäftsführer abgeschlossen werden. Faustregel: Wer lediglich hundert bis zweihundert Euro im Jahr zahlt, ist bei Vorsätzlichkeit im Strafrecht nicht versichert.

Gerne kläre ich Sie über die möglichen Kosten eines Verfahrens HIER auf -