Gerhard Rahn

Gerhard Rahn

Wer einen außergewöhnlich erfolgreichen Rechtsbeistand braucht und dafür kein Vermögen ausgeben will, ist bei uns genau richtig! Ich bin anerkannter Fachanwalt in den Rechtsgebieten Sozialrecht, Strafrecht und Insolvenzrecht. Zusammen mit meinen Kollegen kämpfe ich leidenschaftlich für Ihr gutes Recht. Rufen Sie uns an! 

Oder schreiben Sie mir HIER gleich persönlich. Per Mail erreichen Sie mich unter rahn@rahn.de - ich freue mich auf Sie! 

Übrigens: Bei uns herrscht absolute Gebührentransparenz, von Anfang an sagen wir, was ein Verfahren kosten und ob es sinnvoll sein wird. Das gilt auch im Arbeitsrecht und Familienrecht. Als Fachanwalt helfe ich besonders häufig bei: 

> SOZIALRECHT - Ablehnungsbescheide, Hartz IV, Versagungsbescheide, Aufhebungs- und Erstattungsbescheide, Widerspruch, Revisionen

> STRAFRECHT - Haftbefehl, Strafbefehl, Vorladung, Nebenklage, Verteidigung, Berufung, Verfahrenseinstellungen

> INSOLVENZRECHT - Regelinsolvenz, Privatinsolvenz, Unternehmensinsolvenz, Vergleichsverfahren

"Schrei nach Strafe"

Woran liegt es eigentlich, dass die Öffentlichkeit seit Jahren, tendenz steigend, die Forderung nach härteren Strafen stellt? Sind unsere Strafen tatsächlich zu gering? Schrecken höhere Strafen ab? Ist eine Gesellschaft, in der härter bestraft wird, eine mit weniger Kriminalität, weniger Gewalt? Die ARD-Dokumentation "Recht oder Rache" geht all diesen Fragen nach. Sie bringt dabei erstaunliche Zahlen als Licht und gewährt tiefe Einblicke ins Seelenleben von Opfer und Angehörigen zweier Mordprozesse. 

Schon einmal habe ich mich zum Thema "Härter bestrafen" geäußert

Hätten Sie's gewusst: Die Straftaten in unserem Land sind in den letzten 15 Jahren um gut zwölf Prozent zurückgegangen. Auch Gewalttaten, also Tötungsdelikte und Vergewaltigungen, haben abgenommen, um sieben Prozent. Kleinere Delikte, wie z.B. Diebstähle, sogar um über 30 Prozent. Und trotzdem dieser unüberhörbare "Schrei nach Strafe", wie es ein Strafverteidiger in der Doku nennt? Warum meinen so viele, der Rechtsstaat habe versagt?

Erfolge bringen keine Klicks

Die Antworten liefert die Kriminologie. Befanden 1977 noch 36 Prozent der Jura-Studenten in Erlangen, eine lebenslängliche Haft sei "unmenschlich" und deshalb möglichst nicht anzuwenden, finden dies heute gerade noch 1,6 Prozent. Ein Grund für den Ruf nach härteren Strafen ist also, die Gesellschaft an sich ist härter geworden. Und ein weiterer Grund? Schlechte PR, mal sehr salopp formuliert. Die Erfolge unserer Justiz, z.B die geringen Rückfallquoten, bringen keine Klicks, die Öffentlichkeit erfährt hiervon praktisch nichts. Ein Fahndungsvideo jedoch, das zeigt, wie "der U-Bahntreter" eine junge Frau brutal die Treppe runterbefördert, verbreitet sich sofort und schneeballartig. Es hat inzwischen über eine Millionen Aufrufe weltweit. Das Gefühl einer, in jedem Bahnhof präsenten, neuen Brutalität greift um sich. In den Kommentare werden Todesstrafe und Folter gefordert. Angebliche Verteidiger des Opfers - auf einer Stufe mit Tat und Täter. Es wäre zum Lachen, wenn es nicht zu traurig wäre. 

 

(Bilder aus der TV-Doku "Recht oder Rache", hier ein Gewaltopfer bei der Reha.)

In "Recht oder Rache" kommt auch die Angehörige eines der Opfer zu Wort. Eine liberale Frau, die sich für den Mörder ihrer Tochter und ihres Enkels das maximale Strafmaß wünscht. Damit reagiert sie vorbildlich rechtskonform. Ganz ehrlich: Wenn ich mir einen Moment lang vorstelle, mir würde jemand den Menschen nehmen, den ich über alles liebe - auch ich hätte Rachegedanken. 

Doch um Rache darf es bei Gericht nicht gehen, sie würde kein Opfer wieder lebendig machen. Ziel ist es, die Tat zu ahnden und möglichst von einer Nachahmung abzuhalten. Davon, in der Innenstadt ein Autorennen zu fahren, oder der Ex-Frau aufzulauern. Ja, bei einem Strafprozess geht es um den Täter, um dessen Strafe. Darum erhält er, oder sie, mindestens ebensoviel Gehör, wie das Opfer, bzw. deren Stellvertreter. Das mag oft schwer zu ertragen sein, aber es unterscheidet eben einen Rechtsstaat von einem Unrechtsstaat. Bei gewiefter Verteidigung kann das alles schon einmal Monate dauern.

Zum sprichtwörtlich kurzen Prozess dürfen wir uns aber nie verleiten lassen. 

Die ARD-Doku "Recht oder Rache?" ist noch bis zum 19. November 2019 in der Mediathek abrufbar. Sehenswert!