Gerhard Rahn

Gerhard Rahn

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Prozesse um brutale junge Männer beendet. Und nun?

Denn sie wussten, was sie tun. Zwei öffentlich stark beachtete Gerichtsprozesse um brutale junge Männer sind zu Ende. Zwischen beiden zeigen sich erstaunliche Parallelen. Wieder stellt sich die Frage: Können solche Taten verhindert werden? (Beispiel-Bild: PR Film "The Combination") 

Erster Fall: Sergej W., der den Mannschaftsbus des BVB in die Luft sprengen wollte. Sein Plan war es, dadurch an der Börse eine halbe Millionen Euro zu gewinnen. Zweiter Fall: Eine fünfköpfige Jugendgang, die ahnungslose Mädchen vergewaltigte. Aus Spaß. Was die ganze Zeit über auffiel: Der öffentliche Aufschrei über die Gang war weit lauter als über den Einzeltäter. Warum? Nun, zum einen stehen junge, deutsche Mädchen als Opfer bei öffentlicher Empörung höher im Kurs, als hochbezahlte, aus aller Welt kommende Fussballer. Und zum anderen ernten sogenannte Russland-Deutsche oft mehr Verständnis als Sinti, denen die meisten der Gang-Mitglieder angehören. Das ist zynisch, keine Frage. Doch da geht noch mehr. 

Gnadenlosigkeit als Gesellschaftsstrategie? 

Sergej W.’s Plan war es, schnell reich zu werden. Dass er deshalb gleich alle Spieler „auslöschen“ wollte, wie die Staatsanwaltschaft behauptete, bestritt sein Anwalt vehement (der Kollege wäre ein schlechter Verteidiger gewesen, hätte er es nicht getan). In der Tat war „auslöschen“ aus den Medien adaptiert und arg reißerisch, einer Staatsanwaltschaft unwürdig eigentlich. Klar ist aber auch: Ohne die stärkst mögliche Verschlechterung des Kaders hätte der detailliert geplante Anschlag von W. gar keinen Sinn gemacht. Eines nämlich hatte der in Sibirien geborene Sergej W. richtig erkannt: Die Börse reagiert gnadenlos. Ohne wichtige Spieler keine Gewinne, weder auf dem Platz, noch auf dem Aktienparkett. Der nun Verurteilte wettete auf Absturz. „Sein Motiv war Habgier“, schlussfolgerte die Anklage. Ist das nicht aber genau das Motiv so vieler Spekulanten? Wetten auf Pleiten, und diese dann gar herbeiführen? Koste es andere, was es wolle, Gnadenlosigkeit als Gesellschaftsstrategie? Gewagte These, ich weiß. Vielleicht aber war die Empörung über W.’s Handeln genau deshalb so vergleichsweise gering, weil er das Prinzip des skrupellosen Kapitalismus erkannt hat und für sich nutzen wollte. Als kleiner Mann, als Looser. Dass er dabei in kauf nahm zu töten - okay, war nicht in Ordnung (Ironie off). 

Auch interessant: "Schrei nach Strafe" 

Unschuldiger im Gefängnis, Film-PR, Sat.1

(Beispiel-Bild: TV-Film, Sat.1)

Die psychiatrischen Gutachten beschreiben Sergej W. als eine „in sich gekehrte, gehemmte, aber narzisstische Persönlichkeit, die nach Kontrolle, Macht und Dominanz strebe“. Schon fast der Normalfall inzwischen, möchte man behaupten, schaut man sich im Netz einmal um. Womit ich beim zweiten Fall wäre. Über die Gruppenvergewaltigungen der Sinti wurde sich öffentlich heftigst empört. Die jungen Männer aus Wuppertal, Essen und Gelsenkirchen hatten auch einiges dafür getan. Vor den Verbrechen inszenierten sie sich auf Instagram, mit Sixpack, den Mittelfinger reckend. Das kam an bei den jungen Usern und Userinnen. Jeweils einer der Verurteilten verabredete sich mit einem Mädchen, die anderen kamen später gespielt spontan hinzu. Dann fuhren sie irgendwo hin, wo niemand die Schreie der Opfer hören konnte. "Mit fünf Jungs ist es nicht schwer, Macht zu haben“, bekannte der Jüngste bei Gericht. Nach den Taten kam die Prahlerei: „Wenn ein Mädchen aus meinem Wagen aussteigt, muss es erst mal in Therapie“, so einer ihrer Posts. Jede Wette: Auch hierfür flogen reichlich Likes, Haha-Emojis und wahrscheinlich sogar Herzen.

Analyse: "Verbrechen werden überwiegend von Ausländern begangen! Oder?"

Die vor wenigen Tagen verkündeten Urteile der Gruppenvergewaltigungen: Zwischen sechs Jahren, drei Monaten und drei Jahren, neun Monaten Haft. Ohne Bewährung. Teils wurde Jugendstrafrecht angewandt, der Jüngste, und nach Aussagen einiger Opfer Hemmungsloseste, war zur Tatzeit erst 15 Jahre alt. Das sind Strafen, die das Wirken der Täter wahrscheinlich beeinträchtigen werden. Zum Guten, hoffentlich. Härter trifft es Sergej W., der bewusst den Tod vieler Menschen in Kauf genommen hatte. Er muss, wie nun verkündet, für 14 Jahre ins Gefängnis. 

All diese jungen Männer suchten Macht und Anerkennung, auf perfide Art. Vielleicht, anstatt sich nun zum x-ten Mal reflexartig zu empören, können diese Verfahren ja auch für uns ein Anlass zum Nachdenken sein. Welche Sprüche, welche Gesten sollten Anerkennung finden, von jedem Einzelnen? Im Netz, auf dem Aktienmarkt, im Leben? Eine Gesellschaft, die kaum noch redliche Werte vertritt, braucht sich nicht zu wundern, wenn junge Menschen andere zunehmend als wertlos betrachten. Das ist das tieferliegende Problem. Mit dem Ende der Prozesse ist es nicht aus der Welt.

#Sergej #BVB #Mannschaftsbus #Prozess #Gruppenvergewaltigung #Ausländerkriminalität

(Text: Frank Jaspermöller für Rechtsanwalt Gerhard Rahn)